Kantonale Politik

Die Umsetzung der Energiewende und der Klimaziele erfolgt in der Schweiz zu einem wesentlichen Teil auf kantonaler Ebene. Die Kantone gestalten die regulatorischen Rahmenbedingungen im Gebäudebereich, der rund 40 Prozent des Energieverbrauchs und etwa einen Viertel der Treibhausgasemissionen verursacht. Darüber hinaus verfügen sie im Raumplanungs- und Baurecht über wichtige Handlungsspielräume, etwa bei der Bewilligung von Windenergie-, Solar- und Speicheranlagen oder bei der Vereinfachung von Verfahren für Solaranlagen und energetische Sanierungen. Mit Förderprogrammen können die Kantone zudem gezielt Anreize für den Ausbau erneuerbarer Energien und eine höhere Energieeffizienz schaffen.

Energiemonitor

Die föderale Struktur der Schweiz ermöglicht es den Kantonen, unterschiedliche Wege in der Energiepolitik zu beschreiten. Fortschrittliche Kantone können Vorschriften und Fördermassnahmen umsetzen, die auf nationaler Ebene noch keine politische Mehrheit finden. Bewähren sich diese Ansätze in der Praxis, dienen sie anderen Kantonen als Orientierung und können die Entwicklung der Energiepolitik schweizweit vorantreiben.

Diese Vielfalt hat jedoch auch ihre Kehrseite: Die kantonalen Regelungen unterscheiden sich teilweise erheblich, was Vergleiche erschwert und die Übersicht über den Stand der Energiewende anspruchsvoll macht.

Hier setzt der kantonale Energiemonitor der aeesuisse an. Anhand ausgewählter Indikatoren macht er sichtbar, wie weit die einzelnen Kantone bei der Umsetzung der Energiewende fortgeschritten sind und wo sie im kantonalen Vergleich stehen.

Der kantonale Energiemonitor ist für alle Personen interessant, die sich mit der Umsetzung Energiewende auf kantonaler Ebene auseinandersetzen. Er richtet sich insbesondere an Medienschaffende, Politikerinnen und Politiker, Unternehmen und Verwaltungsmitarbeitende.

 

Wo die Kantone jetzt gefordert sind

Der Energiemonitor zeigt auf, wo die Kantone bei der Umsetzung der Energiewende Fortschritte erzielen und wo weiterhin Handlungsbedarf besteht. Um die Energie- und Klimaziele zu erreichen, braucht es in den kommenden Jahren wirksame Massnahmen insbesondere im Gebäudebereich. Die Kantone verfügen dabei über entscheidende Hebel, um die Energieeffizienz zu steigern, den Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen und fossile Energieträger schrittweise zu ersetzen.

Ein wichtiger Baustein der Energiewende sind die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) 2025. Mit ihrer Umsetzung können die Kantone die Dekarbonisierung des Gebäudeparks vorantreiben und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Energieversorgung schaffen. Die aeesuisse setzt sich dafür ein, dass die neuen Vorschriften wirksam umgesetzt und die Rahmenbedingungen konsequent auf die langfristigen Energie- und Klimaziele ausgerichtet werden.

Positionspapier der aeeuisse zur Umsetzung der MuKEn 2025 durch die Kantone

Die Kantone sollen das Basismodul der MuKEn 2025 zeitnah und möglichst nahe am Originaltext übernehmen. Harmonisierte Vorschriften erleichtern Planung, Vollzug und Umsetzung und schaffen Rechtssicherheit für Eigentümerschaften, Planer und Unternehmen. 

Die aeesuisse misst insbesondere dem Wärmeschutz von Gebäuden (Teil C), der Eigenstromerzeugung bei Neu- und Bestandesbauten (Teil E), den Vorgaben für Wärmeerzeuger (Teil F) sowie der Berücksichtigung der grauen Energie (Teil G) grosse Bedeutung bei. Diese Elemente leisten einen zentralen Beitrag zur Senkung des Energieverbrauchs, zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung und zum Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion

 Mehr zum klimaneutralen Gebäudepark

Welche Zusatzmodule umgesetzt werden, hängt von den jeweiligen kantonalen Gegebenheiten ab. Die aeesuisse erachtet jedoch die Module zur Betriebsoptimierung, Elektromobilität sowie zu intelligenten Steuerungen und Regelungen als schweizweit sinnvoll und zielführend. Sie tragen dazu bei, den Energieverbrauch bestehender Gebäude zu senken, die Elektrifizierung des Verkehrs zu unterstützen und die Potenziale der Digitalisierung für einen effizienteren Gebäudebetrieb zu nutzen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Beschleunigung der Energiewende und zur Transformation des Gebäudeparks.

Die Energiewende darf nicht an langsamer Bürokratie scheitern. Die aeesuisse setzt sich für Meldeverfahren statt Baubewilligungen bei energetischen Sanierungen, dem Ersatz von Wärmeerzeugern und dem Fensterersatz ein.

Gleichzeitig sollen die Kantone die Möglichkeiten digitaler Vollzugsverfahren konsequent nutzen. 

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