Klimaneutraler Gebäudepark Schweiz

Die Gebäude in der Schweiz …

… können bei besserem Komfort erneuerbar und klimaneutral betrieben werden

… können mehr Energie gewinnen als sie selber verbrauchen

… können im gesamten Lebenszyklus klimaneutral sein

BAP IMG 2554 Quelle Nennen PlanungsgruppeDREI PartGmbB

Wie wir wohnen, arbeiten und unsere Freizeit verbringen, ist stets mit Energieverbrauch in Gebäuden verbunden. Gebäude werden beheizt, belüftet, gekühlt. Hinzu kommen Beleuchtung und elektrische Geräte. Total benötigt der Schweizer Gebäudepark rund 81 Terawattstunden Energie pro Jahr – dies entspricht 42% des schweizerischen Gesamtverbrauchs. Weiter verantwortet der Schweizer Gebäudepark rund einen Viertel des inländischen CO2-Ausstosses.

Der Löwenanteil des Energieverbrauchs der Gebäude, fast drei Viertel, entfällt auf die Wärme (Heizen und Warmwasser). Den Rest teilen sich Beleuchtung, Kühlung, Lüftung, weitere Haustechnik und elektrische Geräte. Die negativen Auswirkungen dieses immensen Energieverbrauches zeigen sich in Form von Abhängigkeiten, Ressourcenverbrauch und Klimawandel.

2026

81 TWh

Energieverbrauch in Gebäuden

9 Mio t

CO2 Austoss Gebäudepark

8 TWh

Gewonnene Solarenergie

Potenziale

Das enorme Potenzial der Gebäude zu nutzen ist unser Ziel: Nämlich ein Schweizer Gebäudepark, der 2050 rund 40 % weniger Energie verbraucht wie heute, keine fossilen Treibhausgasemissionen verursacht und mehr Energie produziert als er verbraucht.

Um dieses Ziel zu erreichen, stehen drei Massnahmen im Vordergrund:

Insbesondere ältere Gebäude verfügen über ein grosses Effizienzpotenzial. Massnahmen an der Gebäudehülle und der Gebäudetechnik senken den Energieverbrauch deutlich und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Stromversorgung, insbesondere im Winter.

  • Einsparung von Energie
  • Dach-, Fassaden- und Kellerdämmung
  • Fensterersatz und passive Solarkraftnutzung
  • technologisch aktuellste und optimal regulierte Gebäudetechnik und Wärmeerzeugung
  • Modernste LED-Beleuchtungsanlagen
  • Wärmerückgewinnung in der Lüftung, Kälteerzeugung und Abwasser
  • Hocheffiziente Elektrogeräte

Diese Massnahmen kombiniert können den Gesamtenergieverbrauch eines Gebäudes erheblich reduzieren. Berechnungen des Bundes zeigen:

Der Schweizer Gebäudepark kann seinen Energieverbrauch bis 2050 auf rund 50 TWh pro Jahr reduzieren.

Die Gebäude in der Schweiz verursachen etwa 9 Mio. Tonnen CO2-eq (BAFU: Treibhausgasinventar der Schweiz). Das entspricht rund einem Viertel der jährlichen Treibhausgasemissionen der Schweiz. Die Beheizung der Gebäude mit Öl und Gas verursacht heute weitaus den grössten Teil der Treibhausgasemissionen des Gebäudeparks. Bis 2050 sollten deshalb alle fossilen Heizungen ersetzt werden – eine komplette Dekarbonisierung der Wärmeversorgung mit Wärmepumpen, klimaneutralen Wärmenetzen, Biomassefeuerungen und Solarenergie ist damit möglich.

Ein Viertel der Treibhausgasemissionen der Schweiz kann so eingespart werden.

Gebäude können künftig nicht nur Energie sparen, sondern auch einen wesentlichen Beitrag zur Energieversorgung leisten. Auf Dächern und Fassaden in der Schweiz besteht ein enormes Potenzial zur Gewinnung von Solarenergie.

Photovoltaik- und Solarthermieanlagen ermöglichen es, erneuerbare Energie dort zu produzieren, wo sie genutzt wird. Zusammen mit Speichern, intelligenten Steuerungen, neuen Eigenverbrauchsmodellen und der Integration der Elektromobilität werden Gebäude zunehmend zu aktiven Elementen des Energiesystems.

Auf und an Schweizer Gebäuden lassen sich jährlich bis zu 75 Terawattstunden Solarenergie gewinnen. Wird dieses Potenzial konsequent erschlossen, kann der Gebäudepark künftig mehr Energie produzieren, als er selbst verbraucht.

Ziel 2050

50 TWh

Energieverbrauch in Gebäuden

0 t

CO2 Austoss Gebäudepark

75 TWh

Gewonnene Solarenergie

Investitionen in die energetische Sanierung der Gebäude müssen umsichtig und langfristig geplant werden. Vom Nutzen profitieren alle Beteiligten. Gebäude sind Wertanlagen die bei richtiger Bewirtschaftung zu den sichersten Anlagen überhaupt gehören. Die Eigentümer erhöhen darum mit Investitionen in die Energieversorgung ihrer Gebäude langfristig den Wert ihrer Immobilie. Weil die Investitionen aber bedeutend sind, ist eine professionelle Bewirtschaftung wichtig. Diese zeigt auf, wie die Investitionen priorisiert werden können und wie die Finanzierung langfristig sichergestellt werden kann.

Auch die Bewohnenden profitieren dank tieferen Nebenkosten, einem gesteigerten Wohnkomfort sowie einer gesicherten Energieversorgung. Für die Wirtschaft bringt die Energiewende langfristige Stabilität in den Arbeitsmarkt und sichert die regionale Wertschöpfung. Für das Klima bedeutet die Umstellung auf eine sparsame und erneuerbare Energieversorgung die grösste Entlastung welche in unserem Einflussbereich liegt.

Der Weg zum klimaneutralen Gebäudepark

Die Transformation des Gebäudeparks erfolgt nicht von selbst. Damit Energieeffizienz, erneuerbare Wärmeversorgung und Solarenergie ihr volles Potenzial entfalten können, braucht es klare Zielsetzungen, wirksame Vorgaben und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen.

Zur Umsetzung braucht es die Gebäudeeigentümer, die Wirtschaft und die Politik. Im Zentrum stehen dabei drei Handlungsfelder.

Damit Eigentümerschaften, Unternehmen und Behörden die notwendigen Investitionen planen können, braucht es langfristige und verlässliche Rahmenbedingungen. Die im Klima- und Innovationsgesetz verankerten Netto-Null-Ziele geben die strategische Richtung vor. Diese Zielsetzungen sollten auch auf kantonaler Ebene konsequent verankert und mit wirksamen Massnahmen für Neubauten, Sanierungen und die Energieversorgung von Gebäuden hinterlegt werden.

Ebenso wichtig sind eine vorausschauende Energieplanung und eine klare Orientierung für die beteiligten Akteure. Kantone und Gemeinden sollten ihre Energierichtplanung weiterentwickeln, um den Ausbau erneuerbarer Energien, Wärmenetze und weiterer Energieinfrastrukturen frühzeitig zu koordinieren und Planungssicherheit zu schaffen. Unterstützend dazu braucht es ein breites Angebot an unabhängigen Energieberatungen, damit Eigentümerschaften fundierte Entscheidungen treffen können.

Neben den regulatorischen Vorgaben sind auch flankierende Massnahmen von Bedeutung. Informationsangebote, Beratungen und Planungshilfen tragen dazu bei, dass die Transformation des Gebäudeparks effizient und praxisnah umgesetzt werden kann.

Der Gebäudebereich spielt eine Schlüsselrolle bei der Erreichung der Energie- und Klimaziele. Mit den MuKEn 2025 verfügen die Kantone über ein wichtiges Instrument, um die Transformation des Gebäudeparks voranzutreiben. Die aeesuisse setzt sich dafür ein, dass die Mustervorschriften konsequent umgesetzt und weiterentwickelt werden.

Im Fokus stehen insbesondere eine hohe Energieeffizienz von Neubauten und bestehenden Gebäuden, der schrittweise Ersatz fossiler Energieträger, die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien sowie die intelligente und flexible Nutzung von Energie im Gebäudepark. Ebenso wichtig sind die Berücksichtigung der grauen Energie, die Integration der Elektromobilität und die Anpassung der Gebäude an die Herausforderungen des Klimawandels.

→ Zu den Forderungen der aeesuisse zur Umsetzung der MuKEn 2025

Die Transformation des Gebäudeparks erfordert erhebliche Investitionen. Damit Eigentümerschaften und Unternehmen die notwendigen Massnahmen umsetzen können, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen und langfristige Planungssicherheit. Bewährte Förderinstrumente wie das Gebäudeprogramm spielen dabei weiterhin eine zentrale Rolle und sollten langfristig gesichert und gezielt weiterentwickelt werden.

Gleichzeitig gilt es, bestehende Anreize für energetische Sanierungen zu erhalten. Insbesondere auf kantonaler Ebene müssen die steuerlichen Abzugsmöglichkeiten für Energiesparmassnahmen gesichert und der vorhandene Handlungsspielraum konsequent genutzt werden.

Neben finanziellen Anreizen sind auch effiziente Verfahren entscheidend. Weniger Bürokratie, schlanke Prozesse und mehr Planungssicherheit beschleunigen die Umsetzung von Sanierungen und erneuerbaren Energielösungen. Für energetische Sanierungen sowie den Einbau von Solaranlagen, Wärmepumpen und weiteren energierelevanten Anlagen sollen deshalb wo immer möglich Meldeverfahren anstelle von Baubewilligungsverfahren zur Anwendung kommen.

Weiterführende Informationen und Quellen

Fachwissen aus der Praxis

Die vorliegenden Inhalte wurden gemeinsam mit den Mitgliedern der Fachgruppe Gebäude der aeesuisse erarbeitet. Sie bündeln das Fachwissen von Verbänden und Unternehmen aus den Bereichen Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Gebäudetechnik und Bauwirtschaft.