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Fokusthema Bauwirtschaft: Umfassende Nachhaltigkeitsziele

Ziele und Forderungen der AEE SUISSE

Die Politik auf Bundes- und Kantonsebene verbindet Raumplanung, Landschaftsschutz, Energie- und Klimapolitik so, dass sie auf umfassende Nachhaltigkeitsziele ausgerichtet sind.

  1. Der haushälterische Umgang mit Boden und der Schutz des Kulturlandes sollen weiter verbessert und die Fruchtfolgeflächen erhalten bleiben. Die Revision des Raumplanungsgesetzes geht in die richtige Richtung, sollte jedoch schneller vorangetrieben werden. 

  2. Gemeinden benötigen im Vollzug des Raumplanungsgesetzes Unterstützung. Eine Mustergesetzgebung zur Raumplanung, analog zu den Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn), könnte die Gemeinden in der Bewältigung ihrer Aufgaben helfen. 

  3. Eine schnelle und konsequente, landesweite Harmonisierung der Fachbegriffe im Bauwesen ist eine wichtige Grundlage für die nachhaltige Bauwirtschaft.
  4. Unterschiedliche Nachhaltigkeitskonzepte, -standards und -labels sollen harmonisiert werden. Die wichtigsten Impulse müssen dabei aus der Branche und ihren Verbänden kommen, namentlich dem Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein SIA.

Langfristig im Gleichgewicht

Nachhaltigkeit ist ein mehrdimensionales Konzept: Die Dimensionen Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft müssen situativ in einer sinnvollen Balance zueinander stehen. Dadurch sollen unser Handeln langfristig tragbar werden und die Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen intakt bleiben.

Unsere gebaute Umwelt prägt

Gebäude und Infrastrukturbauten enthalten grosse Mengen an Grauer Energie und Kapital – und sie beeinflussen massgebend, wie viel Energie wir verbrauchen:

Die gebaute Umwelt beeinflusst darüber hinaus zu einem grossen Teil unsere Lebensqualität und die Art unseres Zusammenlebens. Der Bauwirtschaft kommt aufgrund all dieser Einflüsse eine Schlüsselrolle auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft zu.

Nachhaltig bauen

Nachhaltigkeit verlangt umfassende Betrachtungsweisen; deshalb berücksichtigt das nachhaltige Bauen so verschiedene Aspekte wie Raumplanung und Landschaftsschutz, Energie- und Klimafragen, Nutzungsvielfalt, Verkehrsfragen und so weiter.

Zwischen den verschiedenen Aspekten des nachhaltigen Bauens gibt es zahlreiche Schnittstellen und gelegentlich auch Zielkonflikte. In diesen Bereichen liegen oft die grössten Herausforderungen beim Definieren eines umfassenden Nachhaltigkeitskonzepts. Die Klimaveränderung und die schwindenden fossilen Brennstoffe verleihen der Ökologie und der energetischen Nachhaltigkeit besonderes Gewicht.

Nachhaltigkeit beurteilen und messen

Heute ist das Prinzip der energetischen Nachhaltigkeit breit akzeptiert; es wird kaum noch ein Planungs- oder Bauwettbewerb ohne Nachhaltigkeitsziele ausgeschrieben. Damit Bauherren, Planer und Käufer Gebäude beurteilen können, stehen ihnen heute verschiedene Konzepte und Labels (siehe "Labels für nachhaltiges Bauen" weiter unten) mit unterschiedlichem Fokus zur Verfügung – von den Baustandards des Vereins Minergie über den Effizienzpfad Energie im SIA Merkblatt 2040 und das Zertifikat für 2000-Watt-Areale bis zum Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS).

Geteilte Verantwortlichkeiten

Herausforderungen ergeben sich nicht nur aus der Tatsache, dass die Zuständigkeiten für Raumplanung, Klimapolitik und technische Baunormen in der Schweiz auf verschiedene staatliche Akteure verteilt sind. In vielen Fällen sind die Gemeinden für den Vollzug zuständig – und teilweise nicht mit den nötigen Kapazitäten ausgestattet. Zurzeit laufen Bestrebungen, zumindest die Terminologie des Baurechts gesamtschweizerisch zu harmonisieren.

 

Labels für nachhaltiges Bauen

Nachhaltiges Bauen verlangt nach situativen und ortsangepassten Lösungen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass nicht nur weltweit, sondern sogar in der Schweiz zahlreiche Gütesiegel, Labels und Standards für nachhaltiges Bauen entstanden sind. Sie sind verschieden alt, umfassen unterschiedlich viele Kriterien und legen den Fokus auf verschiedene Aspekte. Die wichtigsten sind hier kurz beschrieben:

Minergie

Minergie ist der breit akzeptierte Schweizer Baustandard für neue und modernisierte Gebäude. Die geschützte Marke wurde 1996 lanciert und wird von der Wirtschaft, den Kantonen und dem Bund gemeinsam getragen. Beim Qualitätslabel stehen der Komfort für die Nutzenden und der Energieverbrauch im Vordergrund. Als Schlüsselgrösse dient der Energiebedarf je Quadratmeter beheizter Wohnfläche. Der Basis-Standard Minergie entspricht einem Verbrauch von 3,8 Liter Heizöl pro Quadratmeter beheizte Wohnfläche und Jahr. Niedrigstenergiebauten mit 3 Litern Verbrauch werden mit dem Label Minergie-P zertifiziert, Plusenergiebauten mit Minergie-A. Alle Standards können zusätzlich mit ECO für ihre gesunde und ökologische Bauweise zertifiziert werden. ECO ist ein planungs- und baubegleitender Prozess und bewertet nicht nur das fertige Gebäude.
www.minergie.ch

SIA 2040

Der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein SIA hat einen «Effizienzpfad Energie» definiert. Das Merkblatt SIA-Effizienzpfad Energie (SIA 2040) und die Dokumentation dazu (SIA D 0236) bilden die Basis für die Umsetzung dieses Etappenziels der 2000-Watt-Gesellschaft im Gebäudebereich. Der SIA setzt für Neubauten, Umbauten und Sanierungen der drei Gebäudekategorien Wohnen, Büro und Schulen je Energie-Zielwerte. Der Effizienzpfad Energie ist eine gesamtenergetische Betrachtung und umfasst die Betriebsenergie, die Graue Energie und die standortabhängige Mobilität. Damit ist erstmals eine energetische Betrachtung über den ganzen Lebenszyklus von Gebäuden möglich.
www.sia.ch/de/themen/energie/effizienzpfad-energie/

SNBS

Der «Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz» SNBS wurde 2013 als Teil der bundesrätlichen Strategie für nachhaltige Entwicklung lanciert. Er wird getragen vom Netzwerk Nachhaltiges Bauen Schweiz NNSB, das die Zusammenarbeit von Wirtschaft, öffentlicher Hand, Bildung, Politik und Wissenschaft stärken soll. Der neue Standard soll die drei Dimensionen des nachhaltigen Bauens – Gesellschaft, Wirtschaft, Umwelt –möglichst umfassend in Planung, Bau und Betrieb mit einbeziehen und damit den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie phasengerecht berücksichtigen. Der SNBS ist nicht einfach eine Alternative zu bereits bestehenden Standards, sondern soll diese soweit möglich zusammenfassen. Die Zielsetzungen der 2000-Watt-Gesellschaft und das Minergie-Label beispielsweise sind wichtige Bestandteile des SNBS.
www.nnbs.ch

2000-Watt-Gesellschaft

EnergieSchweiz, die vom Bundesamt für Energie operativ geleitete zentrale Plattform für alle Akteure im Energiebereich, betreut die Labels 2000-Watt-Gesellschaft. Sie bestehen für einzelne Gebäude, Areale und ganze Städte. Das Konzept der 2000-Watt-Gesellschaft orientiert sich an den zwei Zielgrössen Primärenergie und Treibhausgasemissionen. Für die Schweiz wurden Zielwerte bis im Jahr 2100 von 2000 Watt Dauerleistung Primärenergie und 1 Tonne CO2-Äquivalente pro Einwohner und Jahr festgelegt.
www.2000watt.ch

Was bringt ein Gütesiegel

Energielabels sind in der Schweiz auch bei Neubauten nicht Pflicht, doch die kantonalen Gesetzgeber stellen Mindestanforderungen bezüglich Energieeffizienz indem sie die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) umsetzen. Auch wenn Energielabel freiwillig sind, haben sie sich stark durchgesetzt, denn sie dienen auch als Bewertungsgrundlage im Immobilien- und Hypothekenmarkt.

Weitere Informationen zu verschiedenen Labels aus den Bereichen Bauen und Wohnen bieten folgende Webseiten:

www.labelinfo.ch
www.energieschweiz.ch
www.greenbuilding.ch
www.geak.ch


Download AEE SUISSE Broschüre Bauwirtschaft 2016

AEE_SUISSE_Brosch_Bauwirtschaft 2016 (5,1 MiB)