Für eine Welt im Gleichgewicht

Wir wissen es nicht erst seit der Gesundheitskrise und der Art und Weise, wie wir im Frühling darauf reagierten: Wir können viel bewegen, wenn jeder und jede etwas beiträgt. Das gilt nicht nur im Umgang mit der Pandemie und dem Corona-Virus, das gilt besonders auch im Umgang mit dem Klimawandel und der drohenden Klimakrise.

Immer mehr Länder und Organisationen setzen sich ein klares Ziel für den Ausstieg aus der CO₂-basierten Wirtschaft und Gesellschaft.

Auch der Bundesrat verfolgt das Ziel einer klimaneutralen Schweiz bis 2050. Und das Parlament hat mit dem neuen CO₂-Gesetz unlängst eine Strategie aufgelegt, wie wir uns diesem Ziel annähern können. So oder so ist aber klar: Netto-Null ist nur zu haben, wenn wir über die Lösungen verfügen, um Treibhausgasemissionen in allen Wirtschafts- und Lebensbereichen deutlich zu senken oder zu neutralisieren und wenn sich die Gesellschaft als Ganzes für dieses Ziel begeistern lässt.

Mission Zéro ist eine Initiative aus der Wirtschaft und der Wissenschaft und sie will diesen Weg aus der Klimakrise zusammen mit der Bevölkerung aktiv angehenMit einer stetig wachsenden Community aus Menschen und Unternehmen soll Mission Zéro einen nachweisbaren Beitrag leisten, die CO₂-Emissionen in den Bereichen Konsum, Verkehr, Gebäude und Industrie bis 2050 um bis zu 95 Prozent zu senken. Dafür bietet Mission Zéro diverse Informations- und Dialogplattformen wie der Nationale Klimatag mit der Kampagne MyPromise oder der eSalon. Sie sollen die Menschen für die Zusammenhänge und die Folgen des Klimawandels sensibilisieren und motivieren mitzumachen. Gemäss dem gemeinsamen Motto «Für eine Welt im Gleichgewicht» wollen sie aber auch optimistisch stimmen, dass der Klimawandel kein unausweichliches Schicksal ist, sondern dass wir die Mittel und Wege kennen, um diesem wirksam entgegenzuwirken. www.klimatag.ch www.mypromise.ch

Neues CO-Gesetz weist den Weg
Aktives freiwilliges Handeln ist wichtig. Wir stehen alle in der Verantwortung. Damit wir uns aber auf das «Spielfeld» und die darin geltenden Regeln verlassen können, braucht es die Politik, die klare Rahmenbedingungen setzt. Das neue CO2-Gesetz definiert wirksame und verlässliche Rahmenbedingungen für eine aktive und nachhaltige Klimapolitik mit dem Ziel, die CO2-Emissionen bis 2050 auf Netto Null zu bringen. Grosse Teile der Schweizer Wirtschaft unterstützen diese Vorlage, weil sie Planungs- und Investitionssicherheit bietet. Sie sind überzeugt, dass ein Mix an regulierenden Vorschriften, freiwilligen Massnahmen und attraktiven Anreizen eine solide Grundlage liefert für eine nachhaltige und treibhausgasarme Wirtschaft, die sich primär an Chancen orientiert. Ein proaktiver Klimaschutz, wie ihn das neue CO2-Gesetz vorsieht, in Kombination mit zielgerichteten Reformen wirkt wachstumsfördernd auch für die Schweizer Wirtschaft. Dies hat unlängst auch die OECD in einem Bericht festgehalten, als sie darauf hinwies, dass sich mit einer integrierten Strategie für Wachstum und Klimaschutz die Wirtschaftsleistung der G20-Länder bis 2021 im Schnitt um ein Prozent jährlich und bis 2050 um 2,8 Prozent steigern lässt. Rechnet man die Vermeidung wirtschaftlicher Schäden durch Klimaschutz ein, kann die Wirtschaftsleistung bis 2050 um fast 5 Prozent gesteigert werden. Eine aktuelle Studie der Wärmeinitiative Schweiz (waermeinitiative.ch) rechnet beispielsweise allein im Gebäudebereich mit einer zusätzlichen jährlichen Wertschöpfung von 1.5 Milliarden Franken. Eindrücklich Zahlen, gerade auch im Kontext der weltweiten Pandemiekrise mit ihren gravierenden Folgen für die Wirtschaft.

Stefan Batzli, Co-Geschäftsführer AEE SUISSE